Gut begleitet im Wandel des Lebens
Gut begleitet im Wandel des Lebens
Über 100 Gäste beim 8. Oberhausener Palliativ- und Hospiztag

„Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit. Seine Erfahrungen, seine Beziehungen, seine Überzeugungen. Diese Vielfalt bleibt bestehen, wenn ein Mensch schwer erkrankt oder sein Leben zu Ende geht.“
Mit diesen Worten begrüßte Andreas Stahl, Mitarbeiter der Christlichen Hospize Oberhausen (CHO) und Vorsitzender des Palliativnetzes Oberhausen, die Gäste des 8. Oberhausener Palliativ- und Hospiztags. Über 100 Menschen kamen am 10. Oktober 2026 bei Gute Hoffnung Leben zusammen. Veranstaltet wurde der Tag vom Palliativnetz in Kooperation mit der Stadt Oberhausen. Die Christlichen Hospize Oberhausen gehören dem Netzwerk an und setzen sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern für eine verlässliche Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen und ihrer Zugehörigen ein.
Unter dem Leitgedanken „Im Wandel des Lebens – gut begleitet, gut informiert“ boten drei Vorträge unterschiedliche Perspektiven. Der Palliativmediziner Christoph Wegewitz erläuterte, was Palliativversorgung leisten kann. Dabei machte er deutlich, wie wichtig es ist, neben körperlichen Beschwerden auch die seelischen, sozialen und spirituellen Dimensionen des Leids wahrzunehmen. Besonders berührend war das Interview mit einem seiner Patienten und dessen Ehefrau. Ihre persönlichen Erfahrungen zeigten anschaulich, welche Unterstützung Palliativmedizin im Leben der Betroffenen ermöglichen kann.
Der Psychologe und Systemische Therapeut Nils Oberländer sprach über den Umgang mit Veränderungen, Angst und Hoffnung. Unter anderem griff er alte buddhistische Grundlagen auf und regte dazu an, die eigenen Gedanken bewusst zu beobachten, innezuhalten und tief zu atmen.
Die Juristin Jasmin Sieben erklärte lebendig und praxisnah, wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht helfen können, die eigene Selbstbestimmung zu bewahren. Auf Fragen aus dem Publikum ging sie unmittelbar und verständlich ein.
Durch den Tag führte Michael Bokelmann. Neben den Vorträgen blieb viel Raum für persönliche Gespräche und das Kennenlernen der örtlichen Unterstützungsangebote. Die offene Atmosphäre, Musik und ein gemeinsamer Mittagsimbiss machten den Tag auch zu einem Ort der Begegnung.
Passend zum bundesweiten Motto des Welthospiztags „So bunt wie das Leben. Hospiz.“ wurde deutlich: Jeder Mensch braucht eine Begleitung, die zu seiner Geschichte, seinen Wünschen und seiner Lebenssituation passt. Dafür stehen auch die Christlichen Hospize Oberhausen – mit dem Anliegen, Würde, Geborgenheit und Selbstbestimmung zu ermöglichen.
Der herzliche Dank der CHO gilt allen Vortragenden und Mitwirkenden, den Netzwerkpartnern und der Stadt Oberhausen für diesen gelungenen Tag. Ein besonderer Dank gilt dem Patienten und seiner Ehefrau, die ihre Erfahrungen mit den Gästen geteilt haben.










